Jahrhundert, Xl. Capitel. 42-
zu beugen, so trieben sie die königliche Gewalt so hoch,als es ihnen immer möglich war. Die Entschlüsse desStaatsraths wurden den Parlementen als unwidersprech-liche Befehle vorgelegt; das Gutbesinden des Königswurde als das höchste Geseh von Frankreich angegeben.Weil sich diese Staatsbedienten vereiniget, um zu ver-hindern , daß die erste Stelle nicht wieder beseht werdenmöchte, so gaben sie sich gemeinschaftliche Mühe, demjungen Monarchen hohe Begriffe von seiner Geschicklich-keir und ein großes Zutrauen zu seinen Kräften beyzu-bringen. Da sie alle Theile der Regierung untersich getheilet hatten, sehten'sie in die wichtigsten AemterLeute, die eben auch wie sie durch die Arbeit gestiegen,und durch die Erfahrung gebildet worden sind; und diesebevestigten sich in den Bedienstungen, indem sie dem jun-gen König durch die gefaßten Entschlüsse, zu welchen sieihn mit vieler Geschieklichkeit leiten konnten, Ehre mach-ten. Nachdem sich die Eifersucht unter ihnen eingeschli-chen, so muften sie bey den gehaßigen Absichten einanderdie Beine unterzuschlagen und schlimme Streiche zu spie-len , auch immer diejenigen Entwürfe aus ihrem Depar-tement einander'entgegen sehen, welche am meisten einemjungen Prinzen gefallen konnten, der großen Ruhm liebte,ohne denselben wohl zu kennen; und der den Unterschiednicht begriffe, der sich zwischen einer glorreichen, und vielAufsehens machenden Regierung, befindet.
Die Nacheiferung machte aus dem Colbert einen un-vergleichlichen Minister beym Finanzwesen. Wie aberdiese Nacheiferung weder in dem alten Tellier, noch indem Louvois seinem Sohne, so einen fruchtbaren Grundfand, so bildete sie aus denselbm nur unermüdete Mini-ster beym Kriegswesen. Jedoch war es, um die Regie-rung ihres Herrn zu verherrlichen, schon hinlänglich, daßdieselbe sie auf das brachte, was die Besorgung des ih-nen anvertrauten Regierungstheils beträchtlicher machenkonnte« Das Wachsthum der Handelschaft, die Auf-
C c 5 »nun-