Jahrhundert/ Xl. Capitel. 437
tvider sie, weil er Rechnung auf einen glücklichen Fort-gang n^ichen konnte, und weil die zu hoffenden Vortheilevon der Beschaffenheit warm, die Liebe seiner Untertha-nen sich dadurch zu gewinnen; er ließ die Kriegsunterneh-mungen geschwind und heftig anfangen, weil er hoffte,daß ein plötzlicher Ueberfall ihme Reichthümer verschaffenwürde, die ihm zu Fortsetzung des Krregs gute Dienstethun würden. Man hat nicht nöthig anderwärts unnütz-liche Triebfedern zu suchen. F)ieser Krieg, an undfür sich sehr Vortheilhaft, und vielleicht nothwendig fürdie englische Handelschaft, wird in den Geschichten schwarzabgemahlet, und zwar wegen der noch besondern Be-weggründe dazu, deren Niederträchtigkeit vielmehr in dieJürgen fallend ist, als die Güte der großen Beweggründe,welche die gesunde Staatsklugheit an die Hand gab; undobgleich derselbe mit aller Hitze und Muth, den man sichvorstellen kann, geführt ist worden, so hat er doch demKönig Carl Unehre gebracht, weil er denselben wie einRäuber angefangen, und mit Schwachheit geendigt hat..Man bewundert billig das englische Seewesen, dessen blü-henden Zustand man den Anstalten und dem Geschmack" dieses Königs zu danken hatte. Man siehet mit Erstau-nen den Pensionarius van Witt durch seinen Muth, dieEhre und Macht seiner Republik wider die auswärtigenFeinde behaupten, durch seine Klugheit und Lebhaftigkeitden Feinden Einhalt thun, welche ihm innerlich seine gros-sen Eigenschaften und sein Glücksstand erweckten, und sichgeschicklich aus den Verwirrungen Herauswickeln, die ihmder Staatsrach von Frankreich ohne Unterlaß verursiichte,dem gleichviel daran lag, seinen glücklichen Fortgang undseine Einbuße in den Kriegsunternehmungen zu verhin-dern. Jedoch die Staatsklugheit Ludwig des XIV istdasjenige, was noch mehr Aufmerksamkeit verdienet. Derjunge König ließ sich noch durch die allerfähigsten Män-ner seines Königreichs leiten, die sich mn soviel mehr Mü-he gaben, dessen hochmüthigen und gebieterischen Ge-müthscharakter den Gesetzen der Klugheit zu unterziehen,
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