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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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4 Z 8 Staatsgeschichte von einem

je gewisser sie vermerkten/ daß er nicht lange mehr anste-hen wurde/ sich von diesem Zwange loszureißen. Gleicheiner Fackel/ deren Licht am allerlebhafresten ist / wann esan dem ist zu-verlöschen/ so endigte das Ministerium vonFrankreich / da es auf dem Punkt stunde / nichts fernervorzustellen als was dem Könige gefallen würde/ seineeigne Wirksamkeit durch ein Meisterstück.

Der Pensionarius hatte bald gemerket , daß die Al-lianz der Staaten mit dem Könige Ludwig für Engellandnichts anders sey/ als ein Schreckbild ohne Wirkung/ des-wegen suchte er wesendlichere Hülfsmittel und Bundsge-nossen r'). Er schloß sieben Traktate hinter einander mitdem Könige von Dänemark. Er versöhnte sich mit demChurfürsten von Brandenburg ä). Er gieng die altenParlementsanhänger und Presbyterianer an / sie zur Em-pörung zu bewegen. Er ließ den Ludlow in seiner ge-suchten Sicherheit in der Schweiß aufsuchen. Er giengselbst in den Texel die Ausrüstungen zu beschleunigen.Nachdem der feindliche Einbruch des Bischofs von Mün-ster in die Provinzen/ die Unterhaltung einer Armee/ unddie Wahl eines Generals/ unvermeidlich machte/ so un-terstützte er durch die schlauesten Handgriffe die Hartnä-ckigkeit seines Hasses gegen den jungen Prinzen von Ora-lsten; und indem er zum Vortheil des Statthalters vonFriesland die Demüthigung seines Vetters zu kehren wü-ste / so wurde der Graf in die Absichten gezogen / dieselbebeständig zu machen. Die heimlichen Anschläge des eng-lischen Gesandten Downing/ die Verständnisse des Ga-mara/ waren nicht vermögend des van Witt sein großesAnsehen zu erschüttern. Selbst der Graf von Eftrades,welcher sichs bey dem Könige seinem Herrn zugerechnet,daß er den Pensionarius für seine Person, für denselbengewonnen habe, muste der Ueberleqenheit des Genies des-selben weichen. Er war nicht im Stande, ihn hinters Licht

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Daderl. Hist. Th. XIII. t) k^Iemvirer äe L.uck-

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