546 SLaatsgeschichte von einem
ten würde 6). Unter dem Vorwande der allzugroßettÜberlegenheit der Macht Ludwigs des XIV, widerriet!» erdie Vertheidigung derjenigen Lande, welche die Beyhülfeder Schleusten nicht hätten, den Feind aufzuhalten: hin-gegen rieth er die Völker, welche die Provinz Holland,nach der Austhrilung, zu stellen hatte, von den Ufern derPssel zurück zu rufen, und sich derselben, zur Vertheidi-gung der Provinz selbsten, alleinc zu bedienen. Er schlugvor, die Schätze der Staaten nach Amsterdam zu brin-gen. Er hatte das Ansehen, seine Aufmerksamkeit blosauf die Flotte zu richten j wegen der Vermehrung aber,ja selbst der Unterhaltung der Landarmee die Vorsehung zuvernachlässigen, und derselben die Unternehmungen vor-zuschreiben. Die Staaten konnten nicht allen seinen Vor-schlägen widerstehen; aber den Anschlag, sich von der Ps-sel zurücke zu ziehen, verwarfen sie. Der Prinz mit zweyund zwanzig tausend Mann, welche seine ganze Armeeausmachten, übernahm das Land an der Pssel zu verthei-digen. Unterdessen beschlossen die Staaten von Oberyssel,sagt man, durch die Mehrheit der Stimmen, den Bischofvon Münster als ihren Oberherrn zu erkennen c), ohneandere Bedingnisse, als die vorbehaltene freye Religions-übung, so bald derselbe sich Meister von Deventer undvon Zwoll würde gemacht haben. Wann diese Sacheihre Richtigkeit hat, so kann man die vorgefaßte Meinungoder das Vorurtheil nicht auf einer guten Seite ansehen,welche dem jungen Prinz Wilhelm als ein Hauptverbre-chen anrechnet, das; er versucht habe, den König seinenOnkel mit den Provinzen zu versöhnen, und demselbenangeboten, sich mit ihme zu vereinigen, und sich zum Sou-verän über dieselben zu machen. Man glaubt, daß dieOrdre, welche die Staaten ihme zugeschickt hatten, dieProvinz Utrecht im Stiche zu lassen, und sich in die Pro-vinz Holland, zur Bedeckung derselben, zu ziehen, zurHauptursache das Verlangen gehabt habe, ihn von der
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