548 StaatsgeschichLe von einem
Verbrechens schuldig seye. Er war unerbittlich gegen dieFürbitten, zum Besten eines von den Meuchelmördern,besten man habhaft geworden war; und das Volk klagteibn der Grausamkeit an. Der Meuchelmörder wurde einAorwurf des Mitleidens, und man sahe nur seine Todes-strafe und nicht sein Verbrechen an. Die ftatchalterischGesinnten Kosteten den Gemüthern allen ihren Haß gegenihre Widersacher ein. Der Pöbel empörte sich in denStädten, und wurde von der Bürgerschaft nachgeahmet;der Tumult begonnte zu Veere in Seeland, und breitete 'sich in die andern Städte der Provinz aus: die Magi-stratspersonen von Dordrecht, der Stadt, allwo manhätte glariben sollen, daß der Pensionarius beständig dieOberhand behalten würde, wurden gezwungen, das be-ständige Edikt aufzuheben: und die Obrigkeiten zu Rot-terdam entkamen der Wuth ihrer Bürger nicht änderst,als durch das Versprechen, in der Staatenversammlungauf die gänzliche Abschaffung der Akte zu stimmenDen vierten Julius rüsten die Staaten von Holland denPrinz Wilhelm als Statthalter, Generalcapitain und Ad-miral von ihrer Provinz aus. Einige Republikaner, dieder Strom mit hingerissen, unterstunden sich noch, mit-ten unter dem Sturm, darauf zu denken, wie für ihreParthey, noch einige Zuflucht, nach hergestellter Stille,vorbehalten werden könnte. Als man wegen der Abschaf-fung des beständigen Edikts tumultuarische Berathschla-gungen hielte, welche Aufhebung der Ausrufung des Statt-halters vorher gehen sollte, so brachte der BürgermeisterValkenier in Vorschlag, des Eides zu vergessen, oder den-selben zu vereiteln, wann man den Prinzen zum Grafenvon Holland ernxnnete. Der schlaue Alte gedachte, dasVolk komme doch wieder früh oder spat von feiner aus-schweifenden Wuth zu sich, und es werde dereinst, nachdem Uebermaße, welches es erkennet, bedauren, daß es sichso weit habe hinreisten lassen. Wann die Holländerwieder zu sich selbst gekommen waren, würden sie in einen
Abscheu
Laderl. Hist. 1. XlV. S. 86.