Jahrhundert, XVlll.Capitel. 637
derliche Eigensinn der Königinn seiner Gemahlinn mitFleiß zweifelhaft zu machen geschienen. Unterdessen fander bey dem Volke Glauben; und nach dem Exempel Wil-helms schienen viele englische Herren ihm gleichfalls Bey-fall zu geben. Der Statthalter / welcher froh war / daßer sein unrechtmäßiges Verfahren gegen seinen Schwie-gervater auf einen gerechten Unwillen gründen konnte,stellte in seiner Capelle die Gebete ein , welche er für dasKind hatte thun lassen , ehe der Admiral Herbert dasselbezu einem Auswürfling gemacht hatte. Er warf sich beyder Nation zu einem Rächer einer unrechtmäßigen An-massung auf, welche noch weit sträflicher wäre, als dieje-nigen , welche das Parlement dem Könige Jacob vor-warf; und die Prinzessinn, seine Gemahlinn, sie mag nunüberredet, oder gezwungen worden seyn, zeigte gar keinenWiderstand in ihrem eigenen Vater den Mitschuldigen ih-rer Stiefmutter zu strafen.
Wenn man bemerket, daß der Graf von Avaux, wel-cher Wilhelmen in seinen Vorbereitungen Schritt fürSchritt folgte, ihn lange Zeit vor der letztem Schwan-gerschaft der Königinn überzeugt, daß es ihm um dieKrone seines Schwiegervaters zu thun sey ; wenn manhöret, daß dieser Minister seinem Könige meldet, daß derStatthalter entschlossen ist, gänzlich die Masque abzu-nehmen, im Fall, daß die Königinn einen Prinzen zurWelt bringen würde; so muß man, was man auch für«in Urtheil über den Zustand dieses Kindes fället, zuge-stehen, daß die Ueberredung nicht Wilhelmen bestimmte,einen Schwager zu verkennen, den er vorher erkannthatte. So sehr man die Verwegenheit seiner Staats-kunst bewundert, so sehr erstaunt man über den hohenGrad seines Ehrgeitzes. Mit welcher Gewalt mufte nichtdiese Leidenschaft über ihn herrschen, üßer ihn, welcherkeine Hoffnung mehr hatte, Kinder zu zeugen, welcherkeine Neigung gegen seine Erben hatte, welcher eine soschwache oder so zu Grunde gerichtete Gesundheit hatte,
daß