7ZS Staatsgeschichte von einem
seine gemachten Anordnungen zu unterstützen; und nach--dem er die Neigungen , welche sie der Nation beygebracht,bey Ludwig dem XIV geltend gemacht hatte, ließ er denMonarchen glauben, daß die französische Parthey mächtiggenug sey, den Thron nach ihrem Wunsche einzunehmen,in dem Fall, wenn man es nicht aufschieben wollte, sie inBewegung zu bringen. Der französische Staatsrath,der durch seine eigenen Anhänger betrogen wurde, for-derte von Casimir, daß er die Krone aufs geschwindesteniederlegen sollte o); und der Prinz nahm die Abtey vonSt. Germain bey Paris mit Freuden an, gegen welche ersein Königreich vertauschte. Die Sachen giengen aufdem Wahltage nicht so, wie es sich der französische Hofeinbildete. Um zu verhindern, daß der Herzog von Lo-thringen nicht erwählt würde, mufte derselbe seine Par-they mit der fliegenden Schwadron vereinigen, welche ei-nen Plasten wollte; und Michael Wiesnowisky wurdezum Könige ausgecuffen. Dieser war ein Prinz, deraus dem ältesten jagellonisthen Stamme abstammet?.Aber seit dem Kriege mitden Eosacken, welchen sein Gros-vater angestiftet hatte, war sein Haus in so armseligenUmständen , daß er sich von einem Jahrgelde erhielte,welches ihm die Königinn ertheilte. Seine Gesckicklich-keit und seine Gaben waren eben so eng eingeschränkt, alssein Glück. Ist jemals die Wahl eines polnischen Kö-niges eine freye Wahl der Nation gewesen, so möchte mansagen, daß sie sich ein Vergnügen daraus machte, Michaelzu erwählen, um ihre Freyheit zu zeigen. Die Schwä-che dieser Regierung machte den Türken so kühn, daß ereinen Einfall wagte. Er kam mit einer zahlreichen Ar-mee nach Polen, und nahm daselbst die ganze Ukrainenebst der Vestung Caminieck ein. Michael und der Se-nat , welche von der Nation schlechte Hülfe hatten, nah-men den schimpflichen Frieden an, welcher diese weitläu-fige und fruchtbare Provinz den Türken überließ, und
") Im Jahre 1667.