Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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„Geht, lieber Oheim!" mahnte Gasparde, „und machtEuch keine Sorge um mich. Das ist von nun an dieSache meines Gemahls." Und sie drückte meine Handan ihre Brust. Auch ich drang in den Rath, mitMontaigne zu verreisen.

Da mit einem Male, wie wir Alle ihm zuredetennnd ihn überzeugt glaubten, fragte er: „Hat der AdmiralParis verlassen?" Und als er hörte, Coligny bleibe undwerde trotz des Drängens der Seinigen bleiben, auchwenn sein Zustand die Abreise erlauben sollte, da riefChatillon mit glänzenden Augen und mit einer festenStimme, die ich nicht an ihm kannte:

„So bleibe auch ich! Ich bin im Leben oftmalsfeig und selbstsüchtig gewesen; ich stand nicht zu meinenGlaubensgenossen wie ich sollte; in dieser letzten Stundeaber will ich sie nicht verlassen."

Montaigne biß sich die Lippe. Unser Aller Zuredenfruchtete nun nichts mehr, der Alte blieb bei seinemEntschlüsse.

Jetzt klopfte ihm der Gascoguer auf die Schulterund sagte mit einem Anfluge von Hohn:

„Alter Junge, du betrügst dich selbst, wenn duglaubst, daß du aus Heldenmuth so handelst. Du thust