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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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sündig geliebt hatte. Er begnadigte den Verdammten.Dieser, von der eigenen Neugierde und den neidischenSticheleien derer, welche ihre Söhne oder Verwandtendurch jenes Bluturtheil eingebüßt hatten, gereizt undverfolgt, ruhte nicht, bis er das Räthsel seiner Bevor-zugung löste. Er soll den Dolch gegen die eigeneMutter gezückt und ihr das böse Geheimniß entrissenhaben. Die enthüllte unehrliche Geburt vergiftete seinejunge Seele. Er verschwur sich von neuem gegen denTyrannen, überfiel ihn auf der Straße und wurdevon demselben Kriegsknechte, der zufällig der Erstewar, Ezzelin zu Hilfe zu eilen, und mit demselbenSchwerte niedergestoßen.

Ezzelin verbarg das Haupt eine Weile mit derRechten und betrachtete den Untergang seines Sohnes.Dann erhob er es langsam und fragte: „Was aberWird aus Diana?"

Ascanio zuckte die Achseln. „Diana hat einen Un-stern. Zwei Männer hat sie verloren, den einen andie Brenta, den andern an ein lieblicheres Weib. Unddazu der karge Vater! Sie geht ins Kloster. Wasbliebe ihr sonst?"

Jetzt erhob sich drunten auf dem Platze ein Mur-