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Die Form ihrer Steigbügel ist ein länglichesViereck, einen Schuh lang, und etwas corwex,- siegehen nicht über den Bauch des Pferdes herunter,daher es sich auch nicht auf die Seite legen kann.Nachher gewöhnen sie es an einen andern Zwang,indem sie ihm eine Trense anlegen, die ziemlich na»he an dem Sattelknopse befestigt ist, um es zu ge»wohnen, den Kopf beständig in einer beynahe per-pendiculären Lage zu halten. So läßt man es denganzen Tag stchen. Vielleicht ist dieß auch der Grund,warum ihre Krippen hoch und tief find. Das ara-bische Pferd kennt kein Heu, noch die Art es zufüttern. Seine Nahrung besteht in fünf bis sechsPfund Gerste (Märkgewicht), die man ihm beymUntergänge der Sonne vorwirft. Durch diese Ge»wohnheit wird es den ganzen Tag munter und ge-duldig erhalten.
Unter dem Zelte erhalt man es den ganzenLag über mit zerschnittenem Gerstenstroh. Aus al-lem diesem erhellet, daß ein arabischer Reiter, mitsechzig Pfund Gerste hinten aufgepackt, zehn Tagelang in der Wüste herum irren kann. Seine Nah-rung besteht in Datteln und einigen Pfunden Wei-tzenmehl, mit welchem er sein Brot in einem leder-nen oder hölzernen Geschirre bereitet. Ein Schlauchmit Wasser, der unter dem Bauche des Pferdesdurchgeht, und an beyden Seiten des Sattels fest-gemacht ist, tränkt ihn und seine Stute.
Schon vor dem zweyten Jahre lassen die Ara-ber ihre Pferde durch ihre Kinder reiten, diesich beyde vollkommen kennen, weil beyde un-ter« einem Zelte mit einander auferzogen werden.Sie lehren ste nur zwey Gange, den Schritt undGalopp. Sie beschneiden ihnen die Haare am Kammund am Schweife, damit sie stärker wachsen.
Der Sattel liegt etwas vorwärts, wegen derRichtung des Reiters, welcher sehr kurze Steigbü-gel führt. Seine Form ist von den Sätteln derMammeluckcn zu Kairo sehr verschieden, und kommtderjenigen unserer leichten Cavallerie näher.
Ich will nicht entscheiden, weiche Gattung Sat-tel dem Reiter die beste Richtung gibt; erwägt manaber die Waffen der Araber der Wüste, so scheintihre Art zu reiten sehr Vortheilhaft. Sie bestehenin Wurfspießen die sie unter dem Schenkel halten,