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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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98 Pferd.

weiß. Weiden z. B. pohlnische und deutschePferde auf einer Aue unter einander, so bildendie Pohlen einen eigenen Trupp, der sich vondem andern abgesondert halt.

Zu dem Ziehen schwerer Lasten ist derPohle kein paffendes Pferd; aus Temperaments-anlage seine Kräfte zurückhaltend, wird er pral-lig beym Anziehen,- wenn es vielleicht die Last er-forderte, daß er bey dem ersten Anrücken alleseine Kräfte aufböte; nur in einem leichten, ganzleichten Wagen, und dieß noch dazu in keinenbergigen Gegenden ist der' Pohle als Zugpferdzu gebrauchen, wo er alsdann seiner Ausdauerangemessen den ganzen Tag forttrabt und in ei-nem kurzen Zeitraum eine unglaubliche Streckezurücklegt. Doch wird er in diesem Dienste so-wohl an Ausdauer als in dem Ziehen schwerererLasten überhaupt von dem russischen Pferde nochübertreffen *).

In dem Temperamente des Pohlen, das imGanzen mehr phlegmatisch als feurig ist, stechenvorzüglich zwey Eigenschaften hervor: Zurückhal-tung seiner Kräfte und Mißtrauen; Eigenhei-ten, die jedoch mehr zu der Charakteristik dieserPferderaße gehören, und die der Bereiter mitallen ihren Nüancen gut studiren muß, wenn eraus einem Pohlen ein ganz frommes, willigesund für jeden Reiter brauchbares Pferd bildenwill.

Aus

") Soll der Pohle noch am meisten ziehen, so muß man ihnin die Wildbabn spanne», wo er, der Gesellschaft wegen,in welcher er geht, noch einen größer» Theil von Lastauf sich nimmt und es ihm überhaupt noch von seinerfrühern Jugend an, wo er in der Freyheit herum irrte,zur Gewohnheit geworden ist, dicht an seine Cameraden,gedrängt zu marschiren, mit denen er nun, wenn nur eineinziges unter ihnen ist, das zum Ziehen Anlage hat, in' gleichem Maße fortschreitet.