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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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184 Pferd.

Ein schöner, regelmäßig gebauter Widerrißmuß da, wo er seinen Anfang nimmt, mit demKamme des Halses gleich laufen, gehörig erha-ben und mager seyn, sich bey seiner Annäherungzum Rücken mäßig, senken, und sich unmerklichin denselben verlieren.

Jeder Widerriß, der sich von diesen ange-gebenen Eigenschaften entfernt, ist fehlerhaft;entweder werden sie zu dick und fleischig, oderzu kurz, hoch, spitzig und dabey nach dem Halsezu wie abgeschliffen oder ausgehöhlt seyn; oder erist zu niedrig oder zu erhaben. Alles dieses sindFehler, die von mehrern oder weniger» ÜbelnFolgen seyn können.

Der dicke und fleischige Widerriß leidetbey einem Reitpferde leicht durch den Druckdes Sattels; denn auch bey aller Sorgfalt, dieman auf den Bau und der Auflegung des letzte»ren verwendet, ist es nicht zu vermeiden, daßder Sattel den zu fleischigen Widerriß nichtklemmt, oder an Theilen aufliegt, wo er nichtdie Last des Reiters tragen soll. Von noch ge-fährlicheren Folgen wird diese fehlerhafte Bauartfür das Pferd, wenn der Reiter weder seinencch des Pferdes eigene Last gleichförmig zuvertheilen verstehet, und die ganze Schwere aufden Schultern und dem Widerriß liegt.

Der zu kur-e, hohe, spitzige und nach demHalse zu ausgehöhlte Widerriß ist für em Reit-pferd der nachteiligste. Pferde von Vieler Bau-art sollte man ganz von einem Dienste ausschlie-ßen, wofür sie die Natur, zu bauen verabsäu-met hat; denn es gibt unter den Pferden m-tdiesen Fehlern wenige, bey welchen nicht alleSattel, auch die gut darauf gepastten, bey an-haltenden langen Ritten drücken sollten.