ZZ6 Pferd.
Anfange der Krankheit sind diese Geschwüreweiß und wie Erbsen gestaltet; und so wie dieKrankheit zummmt, greifen sie wegen Scharfeder Materie weiter um sich, und werden größer- und bluterich, und zuletzt, nachdem das Nasen-bein anfaulet, gar aschfarbig. Es kommen diekankrösen Geschwüre zu Zeiten schon eher zumVorschein, als der Ausbruch der Roßkrankheitselbst.
Und zuletzt kann man auch aus dem Blutesicher sehen, ob der Rotz zugegen ist: wenn maneine Quantität von diesem Blute in ein durch-sichtiges Gefäß laufen läßt, und nachdem es er-kaltet, wird man, wenn das Pferd höchst rotzigist, auf dem Boden einen Theil schwarzes Blut,und z Theile gelbes Blutwaffer oben auf schwim-men sehen; und nach Verhältniß eines solchenmehr oder weniger aufgelösten Bluts, kann einjeder alsdann- leicht urtheilen, wie weit es mitder Krankheit gekommen sey.
Bon angesehenen Pferdehändlern hat manwegen eines Betrugs in Ansehung dieser Krankheitnichts zu befürchten; man hüte sich aber ver ände-ren Betrügern, die, ehe sie ihr rotziges Pferd aufden Markt bringen, die Rotzknöten ausschneiden,die Nasenlöcher ausputzen, und dann ein solchesPferd für ein drüsiges angeben; weil aber mehrereKennzeichen genug vorbanden sind, so laßt man sichdeshalb nicht irre machen: dilnii yb die Nase schönauf eine Zeitlang rein gemacht ist, so sind doch diekankrösen Geschwüre zugegen; und die durch dasAusschneiden der Rotzknöten nachgebliebenen schad-haften Stellen, kann man von einem zugegen ge-wesenen Drusenknoten, der vorhin zum Geschwürübergegangen war, gar leicht unterscheiden Ratheinem gehabten Druseygeschwür sind wegen der da-bey gewesenen Entzündung, in solcher Gegend dieHaare ausgegaUgen; aber nicht nach dem Ausschnei-den der Rotzknoten.
Noch