Buch 
Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
Entstehung
JPEG-Download
 

zz6 Pferd.

und Gebrechen, welche diese Thiere befallen.Auch hier wechseln sie die Gegend, die Nah-rung, die Aufenrhaltsöeter nach dem Zustande,nach den. Zufällen der Krankheit.

Die wahre Heilkunde lehrt die Natur das- Thier selbst; sie schrieb sie in sein Inneres, siegab ihm Instinkt, Lebensliebe, Erhaltungstrieb.Der Arzt sollte von den Thieren lernen, er soll-te beobachten, forschen, prüfen und denken.

Pferde mit geschwächten Verdauungswerk-,zeugen, mit gestörter Assimilation, mit verschleim-ten, mit versauerten Mägen, verlassen die nie-dern Gegenden, sie klettern auf Berge, auf ho-he Weiden: hier suchen sie sich gewürzhafte bit-tere Kräuter, oder sie fliehen ins Holz und fres-sen das Laub von den Erlen, Birken und Ei-chen, oder beschälen die Rinde dieser Baume.Dieß stärkt ihr geschwächtes Verdauungsweck,zeug, dieß gibt ihm die Verlorne Stimmung wie-der. Besonders thut dieß die Rinde der Eichenund der Weiden, die bey uns die Stelle der- China vertritt.

Und so verlassen sie auch wieder die bergi-gen und hohen Gegenden, welche ihre liebstenAufenthältsörler sind, wenn sie eingelaufeneWände, erböllte, erhitzte, verletzte Hufe haben.-Bey diesen Gebrechen suchen sie feuchte Wie-sen, Sümpfe, nasse Lehmerde, sie gehen Stundenlang ins Wasser, dieß erweitert die Hornröhr-chen des Hufes, macht ihn nachgebender, undverwischt so den Schmerz, mindert die Entzün-dung.

Wären wir auf das Betragen, auf dieLebensordnung der Thiere, welche der Freyheitund ihrem Instinkt zugehören, aufmerksamer,beobachteten wir, wie die Natur die Gebrechen

der