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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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Pferd. 4? 5

muß ferner zu der Zeit geschehen, wenn die Na-tur den Trieb bey der Stute rege gemacht hat.Die Menschen bestimmen aber nicht selten eineZeit dazu, wo dieser Trieb gerade nicht so leb-haft ist. Ist es denn auf solche Art -ein Wun-der, daß so viele bedeckte Stuten gelte bleiben?Es ist nicht zu leugnen, daß die natürlichsteArt der Begattung unsern Absichten oft hinder-lich ist, und daß wir aus dem Grunde oft We-ge einschlagen müssen , die mit den natürlichennicht übercin kommen; aber wir müssen nur so-dann solche Wahlen, die in dem Wesentlichenvon dem Natürlichen nicht abweichen, wozu sichein geschickter Gestütmeistcr die Gelegenheit ganzleicht zu verschaffen weiß. Durch das gelte blei-ben so vieler Stuten wird der Schade für einGestüt zu merklich. Der Vortheil besteht ledig-lich in einer großen Anzahl Füllen; je mehr, de-ren fallen, desto vorkheilhafcrc ist das Gestüt,so wie der Nutzen gänzlich wegfallen muß, wennviel Stuten gelte bleibeu, und das Furrer um-sonst verzehren. Daraus folgt, daß man alleHindernisse aus dem Wege räumen müsse, wel-che an der Aufnahme der Stuten hinderlich sind,worunter man ganz vorzüglich den zwangvollenZeugungSaktus zahlen kann.

Derjenige ZeugungSaktus, welcher dem na-türlichen und freyen am nächsten kommt, ist oh-ne Zweifel der wirksamste, und besteht darin,daß man rostige Stuten und Beschäler in einemeingeschlossenen Raume in Ruhe und Freyheitlaßt, damit sie sich nach ihrem Gefallen begat-ten. Diese Art nennt man die Bedeckung imFreyen, und ist der aus der Hand entgegen«gesetzt.