Daphne. Verstellen kann ich mich nicht.
Florist. Unverstellt wär ich wol gern, alleinsogleich nach dein Gcständtniffc gnte Nacht mit desMädchens Herrschaft und Würde!
Daphne. Mit Kaltfinn also quälst du den, demdu gut bist?
Florist. Noch mehr quäl ich mich selbst. O wases mich kostet, daß ich ihn zwischen Furcht und Hoff,nung hinhalten muß! Acde kleinste Achtsamkeit abergenießt er so doppelt.
Daphne. Offen seh ich dem Geliebten ins Auge;offen er mir in das meinige.
Florist. Wenn nach mir Philint zu lebhaft hin,blickt, dann wcnd' ich den Blick weg.
Daphne. So trieb es eine Zeit lang auch ich,aber nicht arge, bloß schüchtern. Seitdem ich demDämon das Herz öffnete, scheint er noch liebevollerals vorher.
Florist. Philintens Ungeduldt entzückt mich.So bald er glüklich ist, seh ich seine Ungeduldt nichtmehr.
Daphne. Immer erfind ich irgend eine neueAchtsamkeit; immer such ich mich von irgend einergefälligern Seite zu zeigen; immer hab ich für meinenDämon ein neues Geschenk, heut eine Schleife,morgen ein Blümchen, übermorgen — o, ich fühles, am Ende hab ich ihm nichts mehr zu geben. Nunja, ich geb ihm mein Herz, ich wiedme ihm meineganze Aufmerksamkeit.