Buch 
Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
79
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8 !

Florist. Anders zieh ich mich aus dem Spiel«nicht, als daß ich mir selbst niemahls gleich bin.Gestern beym Tanze gab ich ihm zwcymal die Hand;hernach aber führte mich ein andrer zum Tanz auf.Traurig schlich Philint sich ans Fenster. Bangemachte mir seine Unruhe. Wie verbarg ich die mei,nige? Rasch flog ich mitten unter den tändelndenSchwärm; ich lachte, um nicht wäincn zu müssen;ich schwazte, um nicht in trauriges Nachdenken zusinken.

Daphne. O du Selbstpeinigcrin! Was gewinnstdu?

Florist. Unvermerkt schlich Philint wieder herbey.Ich ließ eine Blume aus dem Strauße fallen. Mitzitternder Hand flocht er sie in mein Lockcngcbäude.Nicht wahr, ohne Folgen durft' ich freundlich michgegen ihn neigen? das machte mir wol um das Herz,und auch meinem Pihlint.

Ich breche Pas Gespräch ab» Und nun mögte ichwissen, ob das Mädchen eine Spröde oder eineCokctte ist, und in wie weit es ohne Vorwurf ent-weder spröde oder Cokcttisch seyn darf! „

So weit im Anszuge das Bedenken der Mutter,und nun im Auszuge darüber meine Bemerkungen!

Cokctterie besteht in Erregung fremder Begierden,und in Zurückhaltung der eigenen; Sprödigkeit inzurückstoßender Anmaßung des Ernsts und deSGewichtes selbst bey unbedeutenden Gebehrden undWorten. Wenn die Sprödigkeit nicht Wirkung einesG r