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,, Geliebten bedienen wir uns ganz ausserordentlichrr» Mittel; solcher Mittel, die wir zur Erreichung„ jeder andern Absicht nicht ohne Sclbstbeschim-„ pfung anwenden dürften. Wenn z. B. jemand nach„ Gelde oder nach einem Amte strebt, darf er wol„ bey dem Gönner so flehentlich bitten, wie der„ Liebhaber um die Gunst der Geliebten? „ Undwarum haben wir im lczlcrn Falle mehr Schonungund Nachsicht, als in dem erstem? Warum rühren unsdie Seufzer und Klagen, die Nachtwachen und Auf-opferungen eines Tibulis und Ovids für ihre Corin-nen und Lcsbicn , und warum würden ihre Elegienlächerlich werden, wenn sie einen Ehrentitel odereine Goldbörfe zum Gegenstand hätte»? Ohne Zwei-fel ist die Liebe eine der ersten, natürlichsten, allge,mcinsten, dringendesten Neigungen. Zu ihrer Befrie-digung thut man also »»getadelt Mit mehr, als zurBefriedigung so mancher andern, weniger angebohr-ten, weniger natürlichen und dringenden Neigungen.Auch ohne eigentliche, ohne leidenschaftliche Liebe,äussert zum Theil schon von Natur, zum Theil nacheiniger Verfeinerung der Natur das männliche Ge-schlecht gegen das weibliche gewisse Achtsamkeiten derLiebe. Von Natur hat jenes Geschlecht den Vorzugder Stärke; cS mißbraucht ihn in einem barbari-schen Zeitalter zur Tyranncy; in einem gebildeter»Zeitalter vergilt es dem schwächere, Geschlechte diesenVorzug durch zuvorkommende Gefälligkeit. Hierausentsteht jene Galanterie, die Frucht der irrenden Rit-