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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
83
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terfchaft; Jahre lang bekämpfte der irrende RitterUngeheuer und Riesen; Jahre läng trug er entwederim Kriege den Svecr oder auf einer heiligen Wall-fahrt das Kreuz, bloß um eines schönen Blicks wil-len. Für solchen Minnediensl bedankt ffch wol heutzu Tage die Donna nicht weniger, als ihr Ritter.Wre wen dürfen ohne Anstoß auch heut zu Tagedie Anmassungcn des andern Geschlechts und dieAufopferungen des männlichen Geschlechts gehn?Wenn z. B. die Dame den Handschuh fallen läßt,so bückt sich ihr Begleiter, um ihn vom Boden aufzu-heben. Wenn sie aber muthwillig den Handschuh inden Bärengraben hinabwirft, und zup Probe der Un-terthanigkeit den Liebhaber hinschickt, um ihn au§dem Rachen des Raubthiers zu reisten, was thut er ?Dann mag er ihn holen, zugleich aber für immerden Abschied begehren. Kurz, auch hier vermeideman gleicher Weise die beyden Ertreme; auf der einenSeite die Tyranney , und auf der andern Seite dieSklaverey; auf der einen Seite die Vergötterung,und auf der ander» Seite die Herabwürdigung. Indem einen von den entgegengesezten Fällen nämlichverliert das Weib allen Antrieb zu seiner Veredlung,und der Mann einen Theil von dem Lebensgenüsse;in dem andern Falle raubt der Kultus der weiblichenSchönheit dem Manne zu viel Zeit weg; er machtden Mann zum Abgötter, und zum Götzen das Weib.In Griechenland lebten die Frauen und Töchter gros-senthrils einsam, und in dem Innern des Hausss,