Kein Sieg und Triumplh, so wie kein Widerstand,keine Unruhe! Bey der K läge rieb Zcvs sich die Stirne.Dann schuf er den Abgwtt des Ehrenvunkts, AmorsGegner, das Haupt feiner Rebellen. Links und Rechtsbegafle ihn Amor, mir hüpfte vor Freuden hochauf, mit dem stolzen Geschrey: Dank dir, Vaterder Götter! Gerade diesen-bedarf ich zum Feinde,um nicht rühmlos zu streiten.
So wolthätig indeß der Einfluß des Ehregcfühlsund der Schamhaftigkeit ist, so gränzt auch hier derUebelfiand an Anstand, das Gebrechen an Tugend.Ziererey und Svrödigkeit, schüchternes und leulscheuesWesen sind der Affe der Schamhaftigkeit, nicht wahreSchamhaftigkeit. Eine junge Person, die Menschen-scheu jeden Umgang mit dem andern Geschlechte ver-abscheut , läuft für die Ruhe und Reinheit der Seelein der verschwiegenen Einsamkeit hinter dem Fürhangegewiß nicht weniger Gefahr, als die unbefangeneTugendfrcundin selbst auf dem geräuschvollen Theater.Weit schneller und tiefer greifen bey mondvoller Nacht-feyer, im stillen Kloset verführerische Phantasiern umsich, als unter den Zerstreuungen der Welt. Sol-chen Phantasieen setzt das Mädchen nicht nur Scham-Haftigkeit, sondern vornehmlich auch geschäftiges Le-ben entgegen. Wenn die süssen rmd eben darum ge-fährlichen Melancholien der Zärtlichkeit sich in dieSeele einschleichen wollen, dann nährt sie die Zärt-lichkeit nicht durch Romane; dann fetzt sie diesen Me,lavcholiccn nicht andere, eben so gefährliche Mrlai-