Buch 
Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
88
JPEG-Download
 

yr .

selber heraus, nur nicht mit den Waffen des Man-nes, sondern mir den eigenen weiblichen Waffen,mit freundlichem Lächeln, mit Geschmack in demAnzüge, mit Anstand in den Manieren, vor allemaus mit Bescheidenheit, mit Sittsamkeit und edelmBetragen. Und wenn es siegen oder besiegt werdensoll, wen faßt es ins Auge? Den Jüngling, dernach der feinsten Kunst frisirt ist, der am reitzendestentanzt, der die glänzendesten Flcurekten auskramt'O Mädchen, dann würdigt Ihr die Männer zu Pup-pen herab! O Mädchen, nach den Pavillons haschennur Kinder! Werft doch einmal den Blick in die Zu-kunft, und wie schnell seht Ihr nicht jene buntenhochffiegendcn Buttervögel verwandelt in häßliche,wo nicht gar verderbliche Würmer? Nein, wennIhr auf Eroberung ausgeht, so geht auf solche aus,deren Besitz dauerhaft ist, und für immer beglückt^Ewig verzeiht mir ewig bleibt Ihr nicht Kin-der; ewig belustigen Euch die Puppeu gewiß nicht.Eure Hand also gebt nicht solchen; eure Hand gebt.demjenigen, der Euch als Mann, als Weiser, alsKünstler, als guter Bürger zur Ehre gereicht. O ja,wenn euer Eroberungsgcist, eure Coketterie sich ei-nen solchen Zweck vorsetzt, alsdcnn wird sie sich auchkeiner unedeln Mittel bedienen. O ja, für das Hausund für das Vaterland wird sie alsdenn äusserst wol-thätig seyn.

Indem ich über diesen Gegenstand meine Betrach-tungen zu schlicssen bereit bin, fälll's mir noch zu