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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
92
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Seite, auf welche der grössere Gewinn fällt. Rich-tig gesprochen, hieß es. und nun fuhr Sokrcatesfort: Was gewinnt Theodore? Gegen sie ergießenwir uns itzt schon in Lobeserhebungen, und, inlbemwir ihr Lob auch anderwärts ausbreiten, wie großist nicht ihr Vortheil? Unser Gewinn hingegen? Un-befriedigte Begierde; Lust der Augen, aber Ver-wundung im Herzen. Die Folgen sehn wir voraus.Wir werden ihr dienen, und uns wird sie beherr-schen. Wenn dem so ist, erwiderte die Schöne, soist freilich auf meiner Seite die Dankpfficht. Sakra-les ließ über ihren kostbaren Anzug und über das Ge,präng in dem Zimmer den Blick herumgehen: Soiäg' mir, Theodore, besitzest du noch irgend einGrundstück? Theodore: Nicht das geringste. So,krates: Aber doch irgend einen einträglichen Land,sitz? Theodore: Auch das mcht. Sokrates: EineAnzahl Arbeiter zu Leibeigenen? Theodore.' Nichteinen. Sokrates: Und woher denn das Vermögenzu dem prachtvollen Aufwande? Theodore: DarHauptgut, wovon ich lebe, sind die Liebhaber undFreunde. Sokrates: Fürwahr, das herrlichste Ka-pital , Theodote! Ohne Vergleichung würde ich einesolche Hecrde von Freunden den reichsten Heerdenauf der Weide weit vorzichn. Und wie gehst du hie,bey zu Werke? Utbcrläffest du es dem Ohngefähr,das die Freunde, so wie die Mücken herbcyführt,oder stehn dir eigne Kunstmittel zu Dienste? Theo-dore: Was für Schlingen meynst du? Sokrates:

Schlin-