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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
97
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tiganne, den nahenden Gotte des Tages. Schonwindet er unter der Purpurbinde die Goldlocken loS.Erklömmt, er kömmt! Vom hohen Aether bis zumrieft« Abgrunde fühlen seine allbelcbcnde AnkunftMyriaden Geschöpft, der Adler im Himmelthürmen-den Fclfenneste, das Würmchen im Staube. Erkömmt, er kömmt! Ihm schmückt sich im Azurglanzrder unermcssene Luftraum; ihm schmückt sich m man-nigfachem Grün das niedre Erdenthal. Er kömmt,«r kömmt ! Ihm jubelt der den Engeln verwandteDichter göttliche Hymnen; ihm tönt das Gesumst:der Biene und das Gezirpe der befiederten Sängerim Zaune. Welches Wesen fühlt nicht den Einflußder Sonne, und welches erträgt ihren Anblick? Hei-liger Urquell des Lichts und des Lebens, sey mir ge,grüßtGegrüßt mir, du Abglanz der Gottheit, diewir empfinden, wie dich; die wir noch wenigerdurchschauen, als Dich! Hoch begeistert erheb ichzu dir den gierigen Blick, »ich tief geblendet we»d'ich ihn seitwärts. Ihn wend' ich nach dem westli-chen Ufer. Von dem Ufer erheben sich dunkelgrün-er Traubcnhügel und Obsthäin, und hoch übtt den.selben in dämmernden Schatten der waldiger Aldisund Uto. Wie sehr kontrastrrt nicht mit ihremgrauen Schlcycr das lichtvolle Gewand, m welchemdas Schneegebirg cmporstrahlt! Je nachdem diese»leztcre die Riesengestalt von der Brust oder von derSeite bloßstellt, glänzt es in andern: Farben schmuckeim Azur des Aethcrs, im Silber des Schnees, i-n