Buch 
Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
99
JPEG-Download
 

ror

geschlechter, und in wenig Jahren und Tagen sinktder Mensch, dessen Seele ein Strahl des göttlichenLichtes ist, in ewige Nacht? O wie groß und wieklein ist er? Wie klein, als Sohn der Verwesung?Wie groß, als Erbe der Unsterblichkeit? Nein, wiedort die Wolkentragenden Felsengebirge, steht er nichtfest; nicht immer leuchtet er fort, wie die miaustlöschliche Sonne: Und wie denn? Auch sein Nameund sein Einfluß pflanzt sich von Geschlechte zu Ge-schlechte fort. Heil dir, Wolthäter der Menschheit,Beförderer der Künste, Beschützer d,er Freyheit! Ewigunvergeßlich bleibst du den spätesten Enkeln; ewiglebst-du in den Werken deines göttlichen Geistes.Indem ich mir dem ersten Morge-nstrahle den Blicküber die Dächer und Thürme der freyen und kunst-reichen Zürich hinfliegen lasse, sec,n' ich jeden ihrerPflcgsöhne, jeden Helden und Weisen, der für Zü-r,chs Heil und Ehre gelebt hat. Dich fegn' ich,heroischer Zwingst ! Kühn ergrifst dr, die Fackel derFreyheit, und behutsam trugst d^ ihr neues Lichtdurch die Labyrinthe des Despotif'mns. Auf deinenRuf erhob sich ein besseres Menschengeschlecht; aufdeinen Ruf wand sich der menschliche Geist unterdem Schütte der Barbarey los. Sey mir gesegnet,du — nicht nur Lehrer der Freyheit, auch ihr blu-tender Märtyrer! Gesegnet auch du mir, unermüdeter Conrad Geßner, du, der Bibliothekar derNatur und des gelehrten Alterthums: Mit ausge-breitetem Geiste und eisernem Fleisse verbindest dü