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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
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116
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armung, erhielt er, da,ß sie (um den Anblick zu scho-nen ) sich ins Nebenzimmer wegtragen ließ. Mittler-weile hatte von dem Allem Nero Nachricht bekommen.Schon war Sencka todt, als plötzlich ein kaiserlicherBefehl anlangte, in Kraft dessen man Paulinen, dieganz ohne Bewußtseyn da lag, die Adern wiederverband, und sie ins Leben zurückrufte. Seitherlebte sie i-pmer als Wittwe. Die Blässe ihres Ge.sichres blieb Zeuge, wie nahe sie bey dem Verlustedes Blutes und Lebens gewesen.

Epponina. *)

^Hhr Gemahl, Sabinus, wurde von den Truppendes Kaiser Vcspasians geschlagen. Vor der Rachedes Thrones verbarg er sich m einer unterirrdischenHöhle. Mehrere Jahre verschloß sich mit ihm dietreue Hälfte, gcbahr ihm Kinder, und sorgte fürseine Verpflegung. Sie wurden entdeckt, und ge-sanglich nach Rom geschleppt:Weit glücklicher, sagte Eppsnma zum Kaiser, lebte ich in dem Ab- gründe der Finsterniß , als du auf dem Throne der Erde. Der Kaiser bewunderte die hcroi,sche Tugend, noch mehr aber fürchtete er sie.Umsonst hatten sich Epponina und Sabinus unter denBoden vergraben; sie wurden zum Tode vcrurtheilt.

*) Plutirch ge Lmok.