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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
120
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ich dir Wog«» von Grasse, und Härmte mit derGabel die Heuschober auf. Dir Liebt giebt Kraft undTalent. O ja, für den Markts werd' ich ohne Mühezur Schnitterin und Feldmiagd Laut um mich herklatschte jeder Arbeiter mur Beyfall. Den gan^n Tagbrachte ich auf der Flur zu. Bey der Zurükkunftnach meiner Hütte erneuerte ich meine ernsthaftenBetrachtungen. Lebhaft rüste ich aus jeder Oper undOperette, au- jedem Gedicht und Romane die schönstenDorfscenen ins Gedächtniß zurük. Unter Träumenvon einem goldenen Zeitalter entschlief ich. Wie nachdem Tagwerke der Schlummer — wie bey ruhigerAussicht auf neues Tagwerk das Erwachen so süß ist lWirklich, meine Freundin, schtkte ich mich beym Er-wachen sogleich wieder zu neuer Geschäftigkeit an. Mirrsts, Comtesse, ich höre ihren Schrei, ich seh ihrezum Himmel gefalteten Hände, wenn Sie vernehmen,daß ich — ja, ja, daß ich mit eigner Hand die Matrazeausklopfte, das Zimmer scheuerte, und vor derSchwelle die Kühe molk. Wahr ists, das Milchmäd-chen und die Wirthin im Hause lachten Anfangs übermein ungeschiktcs Benehmen; indeß schmeichelte esihnen, daß die vcrmeynte grosse Dame sich zur Wir,Hin und zur Magd herabließ. Wenn ich mich in ihreGeschäfte einmischte, so glaubten sie, daß es theilsaus Langerweile und Laune, theils aus leutseligerTheilnchmung geschehe. Merken ließ ich es nicht,daß ich zuweilen der Arbeit beynahe ganz unterlag.Unter der Bürde ermunterte mich der Gedanke, wie