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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
123
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der uns von unserer eigenen Kraft und Würde ei»süssercs höheres Gefühl giebt; sie giebt verschiedenenTheilen der Natur ein edleres Ausschn, und eineschönere Verbindung; sie vermehrt so wol denSchmuk als den Reichthum des Bodens; sie erhebtuns zu Wolthätern der Menschheit, zu Erblassernder Nachwelt, zu Mitarbeitern des Schöpfers. Wenndie meisten andern Mcnschcnwrrke entweder unver-merkt wieder zerfallen, od»r doch sich nicht weiter,vervollkommnen, so verschaffen uns hingegen die Pflan-zungen ein dauerhafteres, iinmcr neues Vergnügen;immer verschaffen sie uns einen angenehmern und aus-gebreitetem Anblik. Hicbcy, menne Freundin, kömmtmir und dem Markis noch eine gamz besondere Betrach-tung vvrtrcffich zustattcn. Wiir wurden durch dieUmkchrung der Dinge in Frankreich in eine Lagegeworfen, die uns gänzlich in Unthätigkeit sczt. Wozudie unnützen Klagen, daß das Daseyn des Markis sowol bey Hofe als im Felde unbrauchbar geworden?Hier ist es nicht unbrauchbar: hier leben wir auch inder Abgeschiedenheit als nützliche Bürger der Welt.Indem wir pflanzen und anbauen, befördern wirzugleich mit dem eigenen Vortheile das gemeine Beste.Indem der Markis das Gesträuch und Unkraut auS-wnrzclt, thut er den wolthätigsten Kriegsdienst; indemer die Gcivächse hervortrcibt und veredelt, tragt er zurVerschönerung der Welt nicht weniger bey, als beyHofe so mancher eitle Mäcen. S wenn Sie, meineFreundin, bedenken , wie lange wir uns unter des