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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
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206
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diese oder jene Farbe uvrd Gestalt giebt, giebt derSchuh zugleich auch dem Fusse entweder ein schnippischesoder freundliches Ausschn, entweder die Mine derSprödigkeit oder die Mine der Koketterie. Je nach,dem er sich auf kurzen Absäzcn unter dem Roke ver-,birgt, oder auf hohen Absäzcn unter demselben her-vorragt , kokt er das Aug an, oder schrckt es zu-rük. Da eine und dieselbe Dame des Tages hundertverschiedenen Launen Plaz giebt, da sie, je nach desjedesmaligen Gesellschaft, bald bescheiden, bald frey,bald gefällig, bald mürrisch, bald frölich, bald finsterseyn wird, sollte sie denn nicht eben so , wie sie dieLaunen ändert, auch die Schuhe ändern? O wie vielhundert parr Schuhe, dic alsden mein Schwiegervaterabseien könnte! Man wende nicht ein, daß der Fußso vieler Verzierungen und Metamorphosen nicht werthsey, als der Kopf: Oder ists denn erwiesen, daß dieSeele vielmehr im Kopf als im Fusse ;u Haus sey?Spielt denn aufm Tanzboden dieser nicht öfters eineeben so lebhafte Role als jener, und gicbts nicht man-ches Füßchcn, das fürwahr eben so viel Anmuth undGeist hat, als manches Köpfchen?

Welche Schande für das verfeinerte achtzehnte Jahr-hundert, daß es auf schlechtem Füssen steht, als vor-mals Rom, als vormals selbst das mittlere Zeitalter:Beym Leben des Carinuü bemerkt Salmasius, daß sichdie Römer einer bcabella, LcamillL oder 8c3lneIIrbedient haben, um mit diesem Fußgestelle den Taktzuschlagen. Eine solche Maschine würde freylich dc»