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der Schuster gewinnen? Mein Schwiegervaterstudiert also lieber darauf, die Schuhe nicht nur schön,sondern auch bequemer zumachen. Auf mein Anrathenkaufte er Campcr's Werk über die beste Einrichtungdes Schuhes. — Fatal genug, daß unsere Schönenzu gleicher Zeit kleine und doch uicht enge oder brütendeBcschuhung verlangen? Wenn wird denn der Gc»schmak an kleinen Füssen aufhören ? Ist dieser Geschweltnicht etwas gothisch oder chinesisch ? Die Gothcn bautenin Form und Gestalt von umgekehrten Pyramiden,und sie überraschten durch Gebäude, deren schwere Lastauf kleiner Grundlage ruhte. Gerade eben so über-rascht der hohe Junonische Körperbau , auf kleineFüßgcn gegründet. Daß die Chincserinnen auf ihrewinzigen Kindcrfüßgen stolz sind, das begreif ich; beyihnen sind solche Füßgen ein Merkzeichen ihrer ewigenKindheit und ihrer Einsperrung im Hause: aber bleibendenn Germaniens Töchter ebenfalls in ewiger Kindheit,ebenfalls im Hause verschlossen? Doch, wenn dieseauch ausgehen, so gcschichts ja selten zu Fusse. Destoschlimmer, sagt mein Schwiegervater; desto wenigerbrauchen sie Schuhe. Glauben Sie nicht, mein Herr,daß die löbliche Schusterschaft berechtigt wär, auf dieAbschaffung der Scnften zudrinAen? Ist es zudulden,daß sich die Schönen hinter dem Aürhange dem öffentli-chen Blike entziehen ? Was Wuntoers, daß manche Fuß-gängcrin ein noch grösseres Befolg! hat, als jene Bildsäu-len in Senften ».Wagen? So will es der antike Gcschmak:Lui 8-xs immunäc» Lacr» conreritu, vis 8c>cLo»
Prvverz II, 2 ;»