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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
208
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Name Pantoffel, pa-nooplieli. Oder braucht man sienicht zu allem, zu der entgegengcstztcsten Absicht? Jenachdem man es gut findet , schlüpft man heraus undhinein; gleicher Weise kann man sich ihrer zu Gunst-dezeugnngen und zu Züchtigungen bedienen. Wenndie Alten Vertrage schloffen, so wechselten sie dieSchuhe; wenn sie einen Gegner besiegten, so tratensie ihn unter den Fuß. Noch heut zu Tage sagt manvon dem Manne, der dem Weibe zu Gebote steht,«r steh' unterm Pantoffel. Ich erinnere mich, irgend-wo von der Königin Catharina von Medicis gelesenzuhaben, daß sie bey den Ballcts kürzere Kleider einge-führt , und daß sie den rebellischen Adel unter den Fnßgebracht habe. Mochte es nicht durch die Tanzschuhegeschehen seyn? — Ob der Schuh das Volk drüke,das kümmert freylich manchen Regenten nicht viel.Eben wenig kümmcrt's die Hausregcntin , ob ihrSchuh den Mann drüke. Genug, daß er diejenigennicht drükt, die ihn tragen! Wo findet man Thcra-mens Kothurn, der für jeden Fuß recht war ? BeymPlutarch sagt Paul Aemil: ,, Ist dieser Schuh nicht» schön? Aber nur ich fühl' es, wo er drükt. „ Somöchte manche Dame sagen, wenn sie ein Hüneraugpreßt: Vielleicht vcrschaft sie sich durch Ausschneidungder Schuhe Erleichterung, sie schmükt die nakten Fuß-zähen, wie die Schönen des XVItcn Jahrhunderts,mit Bändern und Edelstein: *) Allein was wird dabey

*) Bodmers Geschichte der Stadt Zürich s. 40, und Eras-Mttö Lollocj. krimcllcsaus.