Band 
II. Tomus.
Seite
1575
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Dritte Bitt. Matth. VI. i o.

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je länger je grösser« Vollkommenheit entzündet / daß sie allen Stillstandund Rückgang in dem guten verhindert/ und hingegen den Wachsthumder Heiligung befördert/ und uns einen heiligen Sporren giebt/ uns da-hin zubemühen/ daß wir jenen Vorbildern wenigstens so ähnlich zuwer-den trachten / als es uns durch Gottes Gnade immer möglich ist; daßsie uns folglich in den Stand bringet / in dem wir dem Apostel mitWahr-heits-Grund nachsagen können : Nicht daß ich es schon ergrieffenhabe / oder schon vollkommen stye ; ich jage ihm aber nach /daß / und ob ich es ergreiffen möge / re. Das so aller GläubigenPflicht ist.

O theure/ o heilige und herrliche Bitt! Oderwaskonte/M.Gel.heiligers seyn / als seinen Willen mit Gottes Willen so genau vereini-gen/ und in selbigen so gar auslähren und einsencken/ daß Gottes Willund unser Will gleichsam wird als nur ein Will? iclem veü e.Lr iäemvolle, e» äemum ver» smicicis eil, ist ein wahres Sprüchlein der al-ten Lateinern gewesen; d.i. Eben dasselbe wollen/und eben dasselbenicht wollen/ macht erst eine rechte Freundschafft. Ebendassel-be / M. Br. wollen/ das Gott will/ und eben dasselbe nicht wollen/das Gott nicht will / darinn bestehet wahrlich die wahre Freundschajstmit Gott/ folglich die wahre Gleichheit Gottes/ hiemitdiewahre/wieSeligkeit/ so Heiligkeit. Dadurch wird Gottes Name rechtschaffen ver-herrlichet/ dadurch sein Königreich in unsern Seelen recht bevestiget/da-durch von uns/ daß Gott wahrhasstig unser Vater/ unser Herr und Kö-nig / ja unser Eintziges und Alles seye/ bezeuget. Was konte heiligersseyn/ als/ da wir hiezu von uns selber allzuschwach/ und unvermögend/und unwillig sind / vor Gottes erbarmender Gnade / in Demuth seinesHertzens/ niederfallen/ und sie erflehen/ daß sie selber wolle Gewalt anuns würcken/ und unsern Willen in ihren Willen verschlingen / und al-les Wolgesallen der Göttlichen Gütigkeit / und das werktdes Glaubens / und der Heiligung / und der Gedult / in derLrafft erfüllen/ auf daß in uns der Name unsers Herren JesuChristi gepriesen werde / und wir in ihm / nach der Gnade un-sers Gottes/ und des Herren Jesu Christi ? Was konte heiligers seyn/- Theff.ü».als wünschen / daß dieses geschehe nicht nur in und von uns / sonder daßes geschehe zugleich auf der gantzen Erde/ daß der laydige Abgott EI-GENWILL/das grosse Nebucadnetzars-Bild/das von allen Völ-Dan. z -7.kern / Geschlechtern und Zungen angebatet wird / auf selbigermochte untergehen/ und hingegen die ganze Erde / wie mit Erkant-<mis/ also Ausrichtung des Göttlichen Willens/ nichtanderst/ als wie

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