Band 
II. Tomus.
Seite
1574
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zor Des vollkomnesten Gebäts

lischer Vater / dein will geschehe auf Erde / wie im Himmel?Hierauf nun dienet zur Antwort. Freylich können wir Gottes wil-len nicht thun auf Erden / wie ihn thun die Heilige und Selige dro-ben im Himmel / in durchgehender Gleichheit.' Gleichwol aber ist esmöglich/ selbigen wenigstens gleich jenen zuthun in einer etwelchen Aehn-lichkeit. Wir können zwahr nicht eben so viel thun als sie / gleichwolkönnen wir unser bestes thun/ wie sie. Wir tragen unfern Schatzhier in irdenen Geschirren / wie der Apostel sagt. Die himmlischeGeister aber tragen den ihrigen in güldenen. Unsere Geschirre könnendarum so als die ihrigen unmöglich gläntzen / aber doch können sie/nachder Maß ihrer Beschaffenheit/ nicht minder rein und sauber werden. Siekönnen auch nicht soviel / als jene/ fassen/ aber doch können sie nichtminder / als die ihrigen/ angefüllet werden. Wir können und müsseydoch auch auf Erden Gottes Willen im Geist / mit Weisheit / mitLust und Freudigkeit / mit Hurtigkeit und Geschwindigkeit/ mit Be-ständigkeit/ in allen Dingen / in wahrer Demuth und Selbst Verlaus -nung ausrichten / können wir es schon nicht thun indem Grad der Voll-kommenheit aller dieser Stucken/ wieesdie seligeTeiumphireredes Him-mels thun. Und daher stellen wir uns selbige/ einest wie änderst/ billichvor zur Nachfolg. Eben wie ein kleines Kind/ das erst wil gehen lehr-nen/ sich seinen Vater / der ihm vorgehet/ mit Recht zur Nachfolg vor-stellet / ob es ihm gleich nicht folgen kau mit gleichen Schritten ; ebenwie ein Lehrn - Jünger/ der da soll schreiben / oder mahlen lehrnen/ sichdie Vorschrifft und den Vorriß seines Meisters vorstellen muß/ ob ergleich selbige noch nicht nachmachen kau mit gleichen Zügen. Einmahldas ist Weisheit / sich in allen Dingen / darinn man wenigstens zueiner etwelchen Vollkommenheit zugelangen gedencket/zur Nachfolg vor-stellen das allervollkomneste. Die Heil. Schrifft gehet darum hierin«noch weiter / und heisset uns zu Exempeln und Vorbildern vorstellen/nicht bloß die selige und vervollkomnete Geister im Himmel/sonder den ewi-gen und unvergleichlich vollkomnen Gott selber; zwischen dem jedoch/und den allervollkomnestenEngeln und Ertz-Engeln selber/einunendlichweiterer Abschnitt ist / als zwischen dem grösten Engel und Seligendes Himmels/ und dem wenigsten unter allen Heiligen auf Erden. Ihrsollet heilig seyn/ gleichwie der/ der euch berufst hat / heilig ist/». Per >: -5. und das in allem Wandel / sagt Petrus. Und der Herr Jesus selber:

Seyt vollkommen/ wie euer Vater in den Himmeln vollkommenMattes, ist. Die Vorstellung solcher Exempeln hat auf unsere Hertzen wenig-stens die Krafft/ daß sie dieselben mit einer feuerigen Begierd nach einer

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