Band 
Des ersten Theils zweyter Band.
Seite
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Zo6 Historie der Platina.

werden , vollkommen gleich wäre. Aus diesen Ver-suchen scheint zu folgen, daß die Platina von derSchwefelleber wirklich / obschon sehr schwer und ingeringer Quantität aufgelöset werde.

X I. Platina mit erdartigen Rörpern.

Die Erfahrung lehret, daß unterschiedliche erd-artige Körper, nicht nur bey gewissen metallischenMineralien, sondern in einigen Fällen auch bey denreinern Metallen, den Fluß befördern: So ist zumBeyspiel geschmiedetes Eisen, welches in einem Tiegelohne Zusatz nicht konnte zum Schmelzen gebracht wer-den , dardurch daß man dasselbe mit Gips umlegtezum Fluß gekommen, eine Erscheinung welcher Ent-deckung wir Herrn Reaumür zu verdanken haben.Um zu erfahren ob Substanzen von dieser Art aufdie Platina einige Wirkung hätten, mengte ich eineUnze darvon mit Gips zusammen, und setzte dieserVermischung in einem Wiudofen zwo Stunden langmit heftigem Feuer zu: Der Heßische Tiegel war anvielen Orten so dünne als Papier, und hin und wie-der ganz durchgefressen, weil sich die Materie desTiegels und der Gips einiger Massen miteinander ver-glaset hatten; die Platina aber ist ungeschmolzen undunverändert zurückgeblieben.

Ungelöschter Kalk und gebrannter Kiesel wurdenauf gleiche Weise in die Probe genommen; aberauch diese waren unvermögend an der Platina einigeVeränderung zu bewirken.

XII. Pla-