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Historie der Platina.
Einige der kupellirten Kuchen von den vorgehen-den Operationen wurden sechs Stunden lang auf vierKupellen unter einer Muffel gehalten , bey so starkemFeuer, als in einem guten Probierofen ist zu erre-gen gewesen. Von einem dieser Kuchen ist ein Theilgeflossen, und hat sich über dem Rande der Kupellein feine, silberähnliche Blätter ausgebreitet: Bey al-len haben sich die dünnen Ränder ziemlich gut häm-mern, und beträchtlich biegen lassen, ehe sie gerissenKnd: Die Kupellen haben eine blasse orangengelbeFarbe erhalten. Da hierauf die Kuchen noch sechsStunden länger auf frischen Kupellen, in oberwehn-tem Windofen getrieben worden, haben sie alle einehelle Silberfarbe angenommen, und sich an den dün-nern Theilen gut hämmern lassen, da hingegen diedickeren immer spröde geblieben sind: Die Kupellenwaren nun sehr wenig gefärbet.
Aus den in gegenwärtigem Abschnitte erzehltenExperimenten ist offenbar, daß die Platina der zer-ßöhrenden Gewalt des Bleys und Wismuths vollkom-men widerstehe, welche sonst, mit Beywirkung desFeuers und der Luft alle andere bekannte metallischeKörper, Gold und Silber ausgenommen, in einenKalk oder eine Schlacke verwandeln: Daß sie auchdem Spießglase widerstehe, durch welches das Silbereben sowol als die geringen Metalle, verschlacket wird,und welches diefertwegen immerhin als der untrüglich-ste Probierstein des Goldes ist betrachtet worden:Daß sich selbe durch den Arsenik nicht merklich ver-flüchtigen lasse, welcher sonst bey starkem und schnellem
Feuer