62 Geschichte der Staatsveränderungen
dieser armen Bürger sich um keiner andernUrsach willen in Schulden vertiefet habe,als weil sie durch den im Kriege erlittenenSchaden dazu gezwungen worden. Wennman nun bey gegenwärtigen Umständen, (daein Theil von Italien zn Gunsten des Tar-quins sich erkläret) die Drangsalen des Volksnicht erleichtern würde; habe man Ursach znbefürchten, das Volk möchte sich aus Ver-zweiflung zu der Parthey des Tyrannenschlagen; und es möchte der Rath, (wenner sein Ansehen zu hoch spannen wollte) das-selbe durch die Wiederherstellung der König-lichen Würde, gänzlich verlieren.
Verschiedene Glieder des Raths, und die-jenigen insonderheit, welche keine Schuldnerhatten, pflichteten dieser Meinung bey. Dochsie ward von den reichsten mir Unmuth ver-Eben ders. worfen. Appius Claudius setzte sich dersel-ben da. ben ebenfalls, (allein aus ganz besondernselbst. Absichten^ entgegen. Dieser Rathsherr,(welcher in seinen Sitten rauh, und ein gewis-senhafter Beobachter der Gesetze war - be-hauptete , man könne in denselben keine Ver-änderung machen, ohne die Republik in Ge-fahr zu setzen; lind ob ihm gleich das Elendder besondern Bürger zu Herzen gieug, de-nen er täglich mit seinen Gütern Beystandleistete, sagte er dennoch in voller Rathsver-sammlung: Mau könnte, (ohne die Gerech-tigkeit zu verletzen) den Gläubigern den Bey-stand der Gesetze nicht versagen, die ihreSchuldner nach aller Schärfe verfolgen woll-ten.
Allein,