70 Geschichte der Staatsveränderungen
T. Largius, der auf einem hvhen Stule,(den er auf den öffentlichen Platz hatte hin-setzen lassen) gleichsam als auf einem Thro-ne saß, und mit seinen Lictoreu, die mit Aex-ten bewafnet waren, umgeben war; ließhierauf allen Bürgern, einem nachdem an-dern, hervorrufen. Das Volk fand sich ganzgelehrig ein, um sich zu Soldaten einschrei-ben zu lassen, ohne daß sich nur ein einziger dar-wtder regen dorfte;und jeder gieng sogleich vol-ler Forcht nach seiner Fahne. Inzwischen ver-änderte sich diese forchtbare Kriegszurüstungin eine Friedensunterhandlung. Die Sa-biner genethen in Schreken, und baten umeinen Frieden, den sie aber nicht erhaltenkonnten. Doch ward eine Art Stillstandesbeobachtet, der ein ganzes Jahr fortwähre-te; und der kluge Dictator wußte durch ei-ne so standhafte als bescheidene Aufführung,sowol seine Feinde, als seine Mitbürger, inForcht und Hochachtung gegen ihn zu setzen.
Doch das Ende der Dietatur machte die-se innerlichen Zwistigkeiten bald wiederumrege, welche die Forcht eines bevorstehendenKrieges nur auf eine andere Zeit verschobenharte. Die Gläubiger siengen wieder an,ihre Schuldner zu drüken; hingegen er-neuerten diese ihr Murren, und ihre Klau-ben. Diese wichtige Angelegenheit erwekteneue Unruhen; und der Rath, der den Fol-gen derselben vorbeugen wollte, machte des-wegen , daß das Bürgermeisteramt dem Ap-pius Claudius zu Theil ward, dessen Stand-
haftig-