tn der Röm. Republik. II-Buch. !4l
Stande acbracht hatten, fanden in einer soheftigen Rede weit mehr Stolz, als Klug-heit/ Im Gegentheil überhäuften die jun-gen Rarheherren, welche die Folgen dersel-ben nicht vorhersahen, den Coriolan mitden grösten Lobsprüchen. Diese, da sie dieTugend desselben bewunderten, riefen aus:
»Er sey noch der einzige, der den Muth ei-tles rechtschaffenen Römers habe.» Jederwarf sich die Einwilligung, die er zur Er-richtung des Zunftmeifteramts gegeben hat-te, als eine unverantwortliche Feigheit vor.
Man redete öffentlich von der Abschaffungdesselben; und die meisten Stmunen liefendahin aus, die Regierung der Republik wie-der auf ihren alten Grund zu setzen.
Als die Zunftmeister, sdie, wie wir be-sbm drrs.
reits erwähnet haben, von den Bürgermei- da.stern in den Rath gerufen worden) diese'"""'
Art Zusammenverschwörung wider ihre Ge-sellschaft gewahr wurden; so verliessen siedenRath voller Raserey, rüsten die Rachgötterdes Meineyds öffentlich an, und nahmen die-selben zu Zeugen der theuersten Evdschwüre,mit denen der Rath die Errichtung des Zunft-meisteramts bekräftiget hatte. Hierauf ver-sammleten sie das Volk in gröster Unord-nung, nnd schryen vondemRedner-Stule:die Patricier hatten eine heimliche Verräthe-rey angesponnen, um sie nebst ihren Weibernund Kindern auszurotten, wenn das Volknicht so gleich seine Zunftmeister, mit Kettengebunden,dem Csriolan aushändigen würde.