142 Geschichte der Staatöverändernngen
Das sey ein neuer Tyrann, der sich in derRepublik hervorthue, und der entweder ih-ren Tod, oder ihre Knechtschaft verlange.
Alsobald geriet!, das Volk in Hitze; esstieß tausend unverständliche Reden aus, diemit Unmilth und Drohungen anaefüllet wa-ren. Rom, das nur allererst beruhigetworden, sich von neuem eine Aufruhr her-vorbrechen, die weitgefährlicher, als die er-ste war. Man gedachte nicht mehr, sich aufden heiligen Berg zurät zu begeben; dasVolk, das, sozusagen, seine Kräfte versu-chet hatte, wollte den Patriciern die Herr-schaft über Rom, mitten in Rom selbst strei-tig machen. Man redete von nichts weniger,als daß man den Loriolan auf der Stellemit Gewalt aus der Rathsversammlnng her-ausreißen, und denselben dem allgemeinenCoriolan Hasse aufopfern wolle. Allein die Zunftmei-wird vor ster, die denselben weit sicherer zu stürzen ge-dachten, schikten unter dem Vorwande, alsdesBolcs wollten sie nach allen Gesetzen der Gerech-«rfodert. tigkeit verfahren, zu ihm; und liessen ihmsagen, daß er vor der Versammlung desVolks erscheinen, und daselbst Rechenschaftvon seinem Verhalten geben sollte. Ihre Ab-sicht dabey war, wenn er gehorchen würde,sich zu Herren und Schiedsrichtern über dasLeben ihres Feindes zu machen; falls er abersich weigern würde, das Ansehen des Volkszu erkennen, denselben unter dem Volk destoverhaßter zu machen.
Nach-