!44 Geschichte der Gtaatsoeränderungm
tricier kamen ihrerseits ebenfalls herbey,um eines der angesehensten Glieder ihrerGesellschaft zu schützen. Der Tumult nahmüberhaud. Man schimpfte auf einander,und etli Theil machte dem andern Vorwürfe.Die Zunftmeister beschwerten sich, daß einePrivat-Persou sich unterstanden habe, aneiner geheiligten obrigkeitlichen Person sich zuvergreifen. Die Rathsherren verlangtenhinwiederum zu wissen, aus was Macht siesich unterstanden, einen Rathshcrrn und ei-nen Patricier, der doch von einem hohemStande, als das Volk sey, in Verhaft zunehmen; und fragten dieselben: ob sie sichauch zu Zunftmeistern des Raths auswerfenwollten, gleichwie sie Zunftmeister des Volksseyen? Während dieses Gezänks kamen dieBürgermeister an, welche die Menge aus-einander trieben, und sowol durch ihr Bit-ten, als durch ihr Ansehen, das Volk be-wegten, daß es sich fort begab.
Allein die Zunftmeister liessen es dabeynicht bewenden. Sie rüsten das Volk aufden morgenden Tag zusammen. Als dieBürgermeister und der Rath sahen, daß dasVolk bereits mit Anbruch des Tages sich aufden Platz begab; so verfügten sich dieselbenihres Orts ebenfalls in aller Eil dahin, umden bösen Anschlägen dieser aufrührischenobrigkeitlichen Personen vorzubeugen; unddieselben zu verhindern, daß sie das Volk,(welches sie nach ihrem Gefallen leiteten)zu keinem übereilten Schluß bewegten, der
zugleich