IN derRöm. Republik. II. Buch. 161
„hin zu bringen/ daß er sich in Gegenwart„des ganzen Römischen Volks einsinde, wel-„ches nach seinen Zünften wird versammlet„seyn, und daselbst Rechenschaft von seinen„verderblichen Rathschlägen gebe. Daselbst„kaust du/ Loriolan! wenn du dich nicht„scheuest/ deine ehemaligen Gedanken be-haupten ; oder sie damit entschuldigen / daß„du sie aus Uebereilnng dahergeiagt habest.„Glaube mir; laß deine hochmüthigen und„tyrannischen Grundsätze fahren! Erniedrige„dich/ und mache dich selbst uns ähnlich!
„zieh so gar Trauerkleider an / die sich so wol„zu deinen» gegenwärtigen Glüksstande schi-„ken! Flehe die Erbärmde deiner Mitbür-ger an; vielleicht wirst du von ihnen„Gnade und die Verzeihung deiner Fehler„erhalten.,,
Nachdem dieser Zunftmeister seine Redegeendiget hatte / so stauten die Bürgermei-ster den Rath um seine Meinung; sie »nach-ten bey denftmgen/ die bereits Bürgermei-ster gewesen/ u> d bey den ältesten Gliederndes Raths der» Anfang. Denn zu selbigerZeit/ (sagt Dionysius vor» Halicarnaß)im7.B.waren die jungen Rathsherren noch nicht sosehr von ihren eigenen Verdiensten einge-nommen/ daß sie sich für fähig hielten, eineMeinung zu sagen. Sondern diese beschei-dene und bedachtsame Jugend entdekte ihreGedanken, ohne ein Wort zu reden, nurdurch ein Zeichen; indem sie auf diejenigeSeite trat, die nach ibrem Urtheil die ge-
I. Theil. L rechte-