Band 
Erster Theil.
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»72 Geschichte der Staatsveränderungen

„trauen könne? Ich behaupte , dcG dieselbe„aar viel sicherer in den Händen des Volks„seyn werde, welches nichts anders verlan-get, als von niemand unterdrükt zn wer-„den; als in den Händen der Edeln, die„alle eine brennende Begierde zum Herrschen„haben. Diese Patricier, die mit den für-„neinsten Aemtern des Staats bekeidet, und„so wol durch ihre Geburt, als durch ihre„Reichthümer und Würden von den übri-gen unterschieden sind; die werden allezeit„so viel Macht besitzen, daß sie das Volk in„seiner Schuldigkeit behalten können. Her-gegen wird das Volk, dessen Ansehen auf„den Gesetzen beruhet, auf das Betragen„der Grossen stets aufmerksam seyn; und„weil es von Natur alle Hoheit hasset, und„beneidet, so wird es durch die Strenge sei-ger Urtheile diejenigen Patricier schreken,„die vielleicht eine Lust zur Tyranney füh-ren möchten. Ihr habt, Beschriebene„Vater! dte königliche Würde abgeschaffet,„weil die Macht eines einzigen viel zu unein-geschränkt war. Und da ihr euch noch„nicht begnügtet die höchste Gewalt unter zwo„obrigkeitliche Personen, die jährlich erwäh-let werden, zu vertheilen, so habt ihr den-selben noch überdies einen Rath von drey-„hundert Rathsherren an die Seite gesetzet,„welche anf ihr Betragen ein wachsames„Auge halten, und ihre Gewalt mäßigen„sollten. Allein eben dieser Rath, der so wol„den Königen, als den Bürgermeistern so

„forcht-