NeueMder Zunft,meilier.
>78 'Geschichte derGtaatsverändemngen
so gab man ein neues Rathserkänntniß her-aus, das ihn wider alle gerichtliche Hand,lung schützte, die man unter diesem Ver-wände wider denselben vornehmen könnte.Eine Vorsicht, die der Rath gebrauchte, da-mit das Volk nicht entscheiden möchte, wieweit sich die Freyheit der Rathsherren, in Er-öfnung ihrer Meinung, erstreken sollte. Nach-dem hierauf die Zunftmeister in der erstenVersammlung des Volks diesesRathserkännt-ntß abgelesen hatten, so ermahneteu sie alleBürger der Republik, (so wol diejenigen,die in der Stadt selbst wohnhaft waren, alsdiejenigen, welche auf dem Lande wohneten)sich auf den bestimmten Tag auf dem Platzeeinzufinden, um ihre Stimmen daselbst zugeben. Die meisten Bürger erwarteten die-sen Tag mit Ungedult, in Absicht, ihrenHaß gegen den Loriolan rechtschaffen an denTag zu legen; und schienen nicht anders aufdiesen Rathsherrn erbittert zu seyn, alswann der Untergang desselben das Wol-seyn der Republik beföderte.
Endlich sah man den unglückseligen Taganbrechen, an welchem man über dieseswichtige Geschäft den Ausspruch thun sollte.Schon des Morgens frühe Mete eine un-zählige Menge Volks den Platz an. DieZunftmeister, die ihre Absichten dabey hat-ten, theileten diese Menge noch vor Ankunftder Rathsherren in ihre Zünfte ein, unge-achtet man seit der Regierung des GervmsTuNius, die Stimmen allezeit nach den
Centu-