» 94 Geschichte der Staatsveränderungen
in der Unwissenheit, und in der Armuth aufer-zoaeu und ernähret worden, hätten erwartendörfen. Im Gegentheile suchte das Volk,(welches mächtig, zahlreich und voll vondemjenigen wilden und rohen Wesen war,das der beständige Umgang mit den Waffengebiehret) um das Ansehen der Regierungzu schwächen, keine andere Bürgermeisterund Befehlshaber, als solche, die nachläßiq,gclind und voller Achtung gegen das Volkwaren; und die sich aus Bescheidenheitihren Soldaten viel eher gleich stelleten, alsdaß sie das erhabene und Herrschsüchte We-sen von sich bliken liessen, das die Oberherr-schaft über die Kriegeheere insgemein zeu-get. Entweder muste also nothwendig ge-schehen, (wollte man anders das Mißver-ständnis aufheben, das zwischen den beydenStänden der Republik hcrrschete) daß sowoldie einen als die andern zusammen den Schlußfassen muften, sich geruhig in die engenGränzen ihres kleinen Staats einzuschliesseu,ohne jemals neue Eroberungen zu unterneh-men; oder die Patricier mußten, (wolltensie anders ihre Nachbarn bezwingen) einemkriegerischen Volke, (das den Winker überEinwohner und Bürger, allein so bald derSommer anbrach, Soldat war) mehr An-theil an der Regierung geben; das Volkaber mußte hinwiederum keine andere Be-fehlshaber, als solche, erwählen, die unterallen am meisten Erfahrung und Geschtklich-keit in der Republik hatten.
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