»98 Geschichte der Staatsveranderungen
der volsker ist. Sogleich begab er sichmit verhüttetem Angesichts nach dem Hausedes Cultus; allwo er sich. ohne ein Wortzu sprechen, bey dem Feuerhecrde niederließ.Ein Ort, der in dem atten Heydenthurn inallen Häusern für heilig gehalten ward. Einso seltsames Betragen, und ein gewissesäußerliches Ansehen, welches grosse Män-ner niemal verläßt, setzte die Bedienten inBestürzung, die sogleich hingiengen, und ih-rem Herrn Nachricht davon überbrachten;worauf Cultus kam, lind ihn fragte, werer sey, und worinn sein Anliegen bestehe?
Dazumal zog Coriolan die Deke von sei-nem Angesicht, und sagte: „Wenn du mich„noch nicht erkenn» st, so wisse, daß ich Ca-„jus Marcius bin; mein Zuname ist Co-„riolan, die einzige Belohnung, die mir„von allen meinen geleisteten Diensten übrig„bleibet. Ich bin durch den Haß des Volks,„und durch die Schwachheit der Grossen aus«Rom vertrieben worden. Nunmehr soll„ich mich rächen; es wird also nur an dir„stehen, ob du meinen Degen wider meine„und die Feinde deines Landes gebrauchen„willst. Will deine Republik meine Dien-„ste nicht annehmen, so überlasse ich mein„Leben deiner Gewalt ; erwürge einen atten„Femd, der sonst vielleicht mit der Zeit dei-nem Vaterlands aufs neue schaden könnte.»
Tullus, der sich über die grosse Herzhaf-tigkeit des Coriolans verwunderte, reichtedemselben die Hand dar, und sagte: „Fürchte
»dich