In derRöm. Republik. II. Buch. 221
natbgehends bedienen, die Stadt ohneSchwertschlag zu gewinnen. Einige thatenso gar den Vorschlag, sich seiner Mutter,seiner Gemahlin und seiner Kinder, als soVieler Geisel, zu versichern, welche ihn zu ei-nem Vertrage bewegen könnten. Doch dergrößte Theil gab seine Einwilligung zu die-ser Gesandschait, und sagten: die Götter,die der Valerra ein so gottseliges Vorhabeneingegeben, wurden dasselbe auch gelingenlassen; mau habe auch von einem Manne,der wie Coriolan gesinuet, nichts zu besor-gen; der zwar stolz, hart und unbeweglich,aber dessen ungeachtet nicht im Stande sey,das Völkerrecht zu verletzen.
Diese Meinung behielt die Oberhand,und des folgenden Tages begaben sich alle an-gesehene Römische Weiber zu der Vetmia.Sogleich setzte man dieselben auf Wagen,welche die Bürgermeister für sie hatten zube-reiten lassen, worauf sie denn den Weg nachdem feindlichen Lager, ohne einige Bede-kung a»ltraten.
Als Coriolan diese lange Reihe von Klit-schen und Wagen wahrgenommen hatte, schüt-te er sogleich aus, und ließ dieselben auskund-schaften. Bald darauf brachte man demselbendie Nachricht zurük, daß es seine Mutter,feine Gemahlin und eine grosse Anzahl an-derer Weiber seyen, die gerade nach dem La-ger zukämen. Coriolan stutzte anfangs, alser hörete, daß Römische Weiber, die in ei-ner so strengen Absonderung, (welche ihnen