Band 
Erster Theil.
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222 Geschichte der Stautsveränderunge»

so viel Ehre erwarb) auferzogen worden,den Entschluß gefastet hätten, sich ohneBe-dekung unter ein feindliches Heer, und un-ter die Soldaten, (bey denen gemeiniglichso viele Ausgelassenheit herrschet ) zu wagen.Sogleich urtheilte er aus dieser ungewohn-ten Gesandschaft, was die Absicht der Rö-mer dabey seyn könnte. Er merke wol, daßdieses der letzte Versuch des Raths sey, umihn zu bewegen. Darum faßte er den Ent-schluß, dieselben mit eben der Ehrerbietungzu empfangen, mit welcher er den Dienernder Religion begegnet war; das ist, er ge-dachte ihnen alle diejenige Hochachtung zubezeugen, die so angesehenen Weibern ge-bührete; allein was die Hauptsache an-belangte, ihnen keine einzige von ihren Bit-ten zu gewähren. Doch er machte sich Rech-nung auf eine Härte, deren er nicht fähigwar. Denn kaum ward er seine Mutterund seine Gemahlin an der Spitze diesesHaufens Römischen Frauenzimmers qe-wahr, so qerieth sein Herz bey dem Aublikdieser so geliebten Personen bereits dergestaltin Hitze und Bewegung; so, daß er mitEilfertigkeit denselben entgegen gieng, undsie umarmete. Sowol die einen als die an-dern konnten sogleich die Freude, die sie beysich verspürten, da sie einander wiederumsahen, änderst nicht, als durch ihre Thrä-nen an den Tag legen. Nachdem man aberdiesen ersten Trieben der Natur eine ge-raume Zeit ihren Lauf gelassen hatte, undVeturia ihre Rede anfangen wollte, so ließ

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