234 Geschichte der Staatsveränderungen
setzten, zu verfolgen, und vors Gericht zubringen ) heimlich den entsetzlichen Entschluß:den größten Theil des Raths auf einmal zuerwürgen; und alle diejenigen in ihren Un-tergang zu verwrkeln, die ihnen wegen ihresAnsehens, oder wegen ihrer Reichthümerverhaßt, und verdächtig waren. Damitaber ein so abscheuliches Vorhaben ihnen ge-lingen möchte, so ftreueten ihre ausgeschik-ten Boten sogleich allerhand Gerüchte un-ter das gemeine Volk aus, als gienge manheimlich mit wichtigen Anschlägen wider dieFreyheit desselben um. Diese falschen und«»gegründeten Gerüchte wurden, je weiterman dieselben ausgebreitet hat, immer mitneuen Umständen vermehret, von denen dieletzter« stets betrübter, als die erster« wa-ren; also, daß zuletzt die ganze Stadt mitUnruhe, Angst und Mißtrauen erfülletward.
Als die Zunftmeister sahen, daß die Ge-müther eingenommen, und in derjenigen Be-wegung waren, die den ersten Eindruk so tüch-tig ist zu empfangen; so liessen sich dieselbenDionvüus öffentlich einen Brief einhändigen. Sie be-von Hat. fanden sich eben auf ihrem Richterstule, als„n iv. B- ej„ Unbekannter ihnen denselben in Gegen-wart des ganzen Volks zustellcte; welchersich den Augenbltk darauf in der Menge wie-der verlohr. Die Zunftmeister lasen diese»Brief, den sie unter sich selbst aufgesetzethatten, ganz leise; und indem sie densel-ben lasen'; Llkichsnetm sie eine heftge Ver-wunde-