172' Von der Erfahrung.
Die vermehrte Schwere der Luft ist in ih-ren Wirkungen von der vermehrten Schnellkraftderselben nicht verschieben. Man glaubt oft dieum uns her schwebende Luft sey sehr schwer, wennsie mit Dünsten, Nebel und Regen so angefülltist, daß man Sonne, Mond und Sterne nichtmehr sieht. Aber sie ist dennzumal am leichtesten,weil das Queksilber im Barometer fällt, undweil es hingegen steigt wenn das Wetter schönerund Heller wird. Obgleich nun die Luft bey schö-nem Wetter schwerer ist als bey schlechtem, soist doch allerdings bey dem schönsten Wetter dasWasser die Ursache dieser vermehrten Schwere;Voerhaave hat gezciget daß bey dem schönsten,trokensten und hellsten Wetter das Wasser nurmehr in die Höhe steigt, und in den obersten Ge-genden des Luftkreises mehr vertheilt und zerstreutist. Wie mehr sich nun das Wasser in der Luftvon uns entfernet, und wie mehr also nnstreLuft von Dünsten rein wird, destomchr ent-N'ikelt sich ihre elastische Natur. Die Schnell-kraft der Luft verhält sich ksthtt wie ihre Schwe-