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Erstes Buch,
Die Philosophie allein macht die Empfindungender Sinne nntzlich, und den Geist zu seiner wei-tem Ausdehnung geschickt, weil sie die Kunst ist dieVernunft in allen ihren Untersuchungen zu leiten,und die durch die Sinne erlangten Begriffe zu ver-binden und zu ordnen. Dieses ganze Werk soll über.Haupt eine Kette der Grundsätze enthalten , derenKenntniß und Anwendung die Erfahrung ist. Aberdie sehr brauchbaren und in der Ausübung un-mittelbar erfoderlichen Regeln aus Mangel der Bey-spiele nicht unbrauchbar und zur Alisübung unbe.quem zu machen, werde ich den Jüngling nicht nurlehren, was die Erfahrung in der Arzneykunst ist,sondern ihn selbst auf den Wegen der Natur zu derErfahrung leiten.
II. Capitel.
Von der falschen Erfahrung.
^ie Erfahrung ist dem allgemeinen Vo> urtheilzufolge eine blosse Geburt der Sinne. Der Ver-stand thut dabey so wenig, daß sein ganzes Denkenso materiell scheint als die sinnliche Empfindung.Ich nenne sie die falsche Erfahrung, weil sie ausunzulänglichen flüchtigen und falschen Beobachtun-gen fließt, oder auch aus wahren Gründen falschgezogen wird.
Man hält insgemein die Erfahrung für die Kennt-