6 ErstesBuch,
thum der jungen aufschiesseuden Zwerge zu hemmen.
Der Jüngling ist in Ansehung dieses Vorurtheilsso viel unglücklicher, weil er in den Augen der Al-ten immer jung bleibt. Ich habe unter schlechtenKöpfen sehr oft bemerket/ daß der Jüngling den steals ein Kind gesehen / aller mit ihm vorgegangenenVeränderungen ungeachtet / in ihren Augen immerein Kind bleibt ; kaum enthalten sie sich nach derRuthe zu greifen / wenn er lange über sie hinwegsieht. Die Amme eines Generalen der zwanzigSchlachten gewonnen, würde noch mit Vergnügensagen: er hat in me nen Armen geheult.
Die Unwissenheit der betagten Aerzte bedient sichdieses Vorurtheils; ihr Alter macht vermuthlich stehaben viele Kranke gesehen, ihre ohnmächtige Er-fahrung ist der einige Beweis ihrer Sätze, die eini-ge Stütze ihres Unsinns, die einige Brustwehre mitder sie noch ihre Blosse bedecken.
Das Alter giebt Gelegenheit den Geist zu erwei-tern, aber nicht jeder will ihn erweitern, und nichtjeder Geist ist dieser Erweiterung fähig. Das Altereines würdigen Arztes ist ein würdiges Alter, seinRuhm begleitet ihn auf seinen Wegen, die Hochach-tung der jungen Aerzte eilt ihm entgegen, sie nen-nen ihn ihren Vater, ihren Führer, ihren Schutz-geist ihn den Gefahren. Aber ein Alter das auf ei-ne unrühmliche Jugend folgt, oder das Alter einesschlechten Kopfs ist ein nichtsbedeutendes Alter,die Weisheit kann nicht die Wirkung sicbenzig geist-los durchwanderter Jahre seyn. Ein unwürdiger